Die Gedanken die mich leiten:

 

Nichts erschüttert mich an uns Menschen der Industrialisierten Welt mehr, als das Ignorieren des Abschieds und der damit verbundenen Trauer. Ignoranz nicht aus Hochmut, sondern aus Angst. Angst an der Trauer zu ersticken, zu zerbrechen, sie schlicht nicht zu ertragen. Angst, wenn ich die Trauer zulasse, sie mich seelisch so sehr verletzt, dass ich daran sterben könnte, allein und verlassen.

Muss ein Mensch denn allein durch seine Trauer? Die Trauer selbst kann ihm niemand abnehmen, aber begleiten können wir Menschen einander in der Trauer, genauso, wie wir Menschen bei einer Hochzeit, einer Taufe und vielem anderen begleiten, teilhaben und teil sind.

All dies sind Themen an denen ich jeden Tag arbeite. Mein Wunsch ist es diesen Weg mit anderen zu teilen, um uns eine Welt zu schaffen in der wir nicht nur davon sprechen, wie gerne wir uns freuen würden wie die Kinder, sondern das auch tun, weil wir wieder gelernt haben zu trauern, zu weinen und auch Trauer zu leben wie die Kinder.

 

Irène Neuhaus